Home - Anfang


Streamlight´s

Sidewinder IR-LED

 

 

 

Eine richtige taktische Taschenlampe ist die Streamlight Sidewinder sicherlich nicht. Dennoch hat sie sehr wohl ihre Berechtigung als Multifunktionslampe für besonders hohe Beanspruchung. Die Lampe misst 120x60x2mm und ist 141 Gramm schwer. Sie ist in den Farben olive und coyote erhältlich sowie mit 2 verschiedenen Leuchtmittelsätzen. Die Standardversion verfügt neben dem primären LED-Weißlicht über 3 sekundär LED´s, die rotes, grünes und blaues Licht abstrahlen. Bei der hier getesteten Version, handelt es sich um das IR-LED Modell, bei der das grüne Licht durch eine IR-LED ersetzt wurde.

 

 

Der Lampenkörper besteht aus einem äußerst stabilen, rechteckigen Kunststoffgehäuse. Dünne Plastikstege auf der Außenseite sorgen für einen rutschsicheren Griff mit und ohne Handschuhe. Ein beidseitig verwendbarer Trageclip ermöglicht eine Befestigung an MOLLE-Schlaufen, ACH-System oder am Gürtel. Das Batteriefach für die beiden AA-Batterien befindet sich am Boden der Lampe. Es ist mit einem großen Drehknopf mit Schraubgewinde verschlossen. Das Fach ist gut abgedichtet und der Deckel ist durch ein Kabel vor Verlust gesichert. Seitlich auf dem Lampenkörper ist jeweils ein „+“ Zeichen so angebracht, dass man auch im dunklen die Batterien sofort richtig herum einsetzten kann. Ebenfalls im Deckel befindet sich eine Öse für eine Fangschnur. Die Strapazierfähigkeit der Öse beträgt 12,5kg.

 

 

 

Der Lampenkopf der Sidewinder ist durch ein um 185grad schwenkbares Drehgelenk mit dem Lampenkörper verbunden. Einseitig am Lampenkopf befindet die Bedienungseinheit in Form eines gummierten Druck- und Drehknopfes. Hinter der flachen, durchsichtigen Kunststoffabdeckung befindet sich die Lichtbatterie. Mittig, unten sitzt die Weißlichtlampe, links oben (Draufsicht) die rote, mittig oberhalb des Weißlichtes die IR und rechts oben die blaue LED.

 

 

Alle LED-Lampen lassen sich in 5 Modi betreiben. 5%, 20%, 50%, 100% Leuchtkraft und in der Blinkfunktion. In der Blinkfunktion leuchtet die angewählte LED, bei 100% Leuchtkraft, mit einer gleichmäßigen Blinkfrequenz von ca. 3 Blinkimpulsen pro Sekunde. Bei 100% beträgt die Leuchtkraft der Weißlicht-LED 20Lumen. Bei den „farbigen“ LED´s ist die Leuchtkraft in Nanometern angegeben. Da es für die Meisten ohne Physikstudium schon schwierig ist, die verbreiteten Angaben wie Lumen, Candela und Lux auseinander zu halten und umzusetzen, verzichte ich darauf weiter auf die Nanometer-Angaben einzugehen. Nur soviel, mit 50% Leuchtkraft ist es möglich bei Dunkelheit mit Kraftfahrern Verbindung aufzunehmen oder sie einzuweisen. 100% sind auch ausreichend um z.B. einen niedrig fliegenden Hubschrauber auf sich aufmerksam zu machen oder ähnliches.

 

 

Die Streamlight ist aufgrund ihrer Schalterkonfiguration und der fehlenden Blendkraft einer 80 Lumen LED keine taktische Lampe. Dennoch ist sie geeignet um bis auf 4-5m Personen zu Blenden und Räume bis zu 10-15m abzusuchen. Auch der Einsatz i.V.m. einer Kurzwaffe ist im Chapman- oder Ayoob-Anschlag möglich. Das ist jedoch nur als absolute Notlösung anzusehen, wenn sonst nur noch eine Mini-Maglite zur Verfügung steht.

 

 

Bei 5% Leuchtkraft sollen alle LED´s über 100 Stunden Licht spenden. Werden die Lampen mit 100% eingesetzt, sinkt die Betriebsdauer. Bei der Weißlichtlampe ging die Intensität nach 7 Stunden auf 20% zurück. 150 Minuten später ging die Lampe ganz aus. Die „farbigen“ LED´s sollen zwischen 10 und 14 Stunden bei 100% leuchten.

 

Die Bedienung der Sidewinder ist sehr simpel. Durch einen dicken Pfeil auf dem Drehknopf kann man die Position und die damit vorgewählte Lampe nicht nur sehen sondern auch bei Dunkelheit, durch einen Handschuh hindurch, erfühlen. Durch einmaligen Druck auf den Knopf werden 5% der Leuchtkraft dauerhaft abgestrahlt. Drückt man den Knopf erneut, erlischt das Licht. Wird der Druckknopf gehalten, schaltet die Lampe von 5-100% durch. Lässt man los, bleibt das Licht in der gerade gewählten Helligkeit eingeschaltet. Führt man im ausgeschalteten Zustand einen „Doppelklick“ aus, wird die Blinkfunktion mit 100% Leuchtkraft aktiviert.

 

Weiterhin habe ich die folgenden Tests mit der Sidewinder durchgeführt:

Lichttest: Den Lichttest habe ich in drei Stufen unterteilt. Aber bitte bedenkt, ich bin Gunner und kein Physiker. Im ersten Teil teste ich die Blendwirkung auf 10m Entfernung. Im zweiten Test beurteile ich die Helligkeit und die Ausleuchtung in 10m Entfernung und beim dritten Test aus 30m Entfernung. Die Sidewinder ist keine taktische Lampe im eigentlichen Sinne. Aus 30m ist zwar noch zu erkennen, dass die Person einen Gegenstand in der Hand hält, aber eine Identifizierung ist jedoch ausgeschlossen. Die Waffe ist nur aufgrund der hervorragenden Kamera auf dem Bild zu erkennen.

 

 

 

Sandtest: Um die beweglichen Teile der Taschenlampe gegen Verschmutzung zu testen, führe ich einen Sandtest durch. Ich lege die Lampe  in einen mit trockenem, feinem Sand gefüllten Eimer. Dieser wird 30 Sekunden lang durchgeschüttelt. Diesen Vorgang wiederhole ich 5 mal. Danach führe ich eine Funktionsüberprüfung der Lampe durch und reinige sie vollständig. Hier hat die Sidewinder keine Schwächen gezeigt. Die Lampe war nach dem Sandtest voll funktionsfähig. Die Reinigung des Druckknopfes mit einer Zahnbürste war nicht zu mühselig.

 

 

Hitzetest: Als nächstes kommt der Hitzetest. Hier stecke ich die Lampe, bei 60C. Ober-/Unterhitze, für eine Stunde in den Ofen. Danach führe ich einen vollständigen Funktionstest durch. Da die Lampe bis 66C. standhalten soll, haben Ihr auch die 60C. nichts anhaben können. Alle Funktionen in Ordnung.

 

 

Wassertest: Nach dem Hitzetest kommt die Lampe für 2 Stunden in einen Wassereimer. 10 Minuten davon im eingeschalteten Zustand. Um einen besseren Kontrast für die Bilder zu bekommen, habe ich bei manchen Lampen Pfefferminztee in das Wasser gegeben. Die ungewöhnliche Wasserfarbe ist also nichts Schlimmes.  Kein Problem beim Wassertest. Die Lampe ist dicht.

 

 

Kältetest: Direkt nach dem Wassertest lege ich die Lampe in ein Eisfach. Dort liegt sie bei -20C. in einem Beutel Eiswürfel. Nachdem ich die Lampe aus dem Eis befreit habe, führe ich einen vollständigen Funktionstest durch. Die Sidewinder soll bis -40C. kältebeständig sein. Leider kann ich mit weniger als -20C. nicht dienen. Umso erstaunter war ich, als ich nach dem Kältetest die Lampe nicht mehr bedienen konnte. Der Dreh-/Druckknopf war vor dem Kältetest nicht richtig eingerastet und das noch in den Zwischenräumen befindliche Wasser ist gefroren. Dadurch wurde das Bedienelement blockiert. Ich habe den Wassertest mit anschließendem Kältetest wiederholt um festzustellen, ob dies ebenfalls mit korrekt eingerasteten Knopf passieren würde. Das tat es nicht. Bei eingerastetem Knopf funktioniert die Sidewinder nach dem Test tadellos.

 

 

 

Stoßtest: Um festzustellen, was die Lampe wirklich verträgt, unterziehe ich sie einem zweigeteilten Stoßtest. Als erstes lasse ich sie 3-mal aus 180cm Höhe auf einen Betonboden fallen. Nach einer vollen Funktionsüberprüfung folgt ein einmaliger Sturz aus 15m Höhe auf lockeres Erdreich. Ebenfalls gefolgt von einer Funktionsüberprüfung. Auch dieser Test hat die Lampe nicht beeinflusst. Deshalb habe ich sie auf einen Gefechtshelm befestigt und diesen, mit der Sidewinder nach unten, aus 180cm höhe auf eine asphaltierte Straße fallen lasse. Die Funktion der Lampe wurde nicht beeinträchtigt.

 

Ich hoffe, dass mein Review zur Streamlight Sidewinder nützlich für Euch war.

 

Cheers,

 

Gunner