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Surefire 6P

“Pimp my light”

 

 

Wenn ich mich nicht irre war es 1991 als ich mir von meiner Gefahrenzulage eine taktische Taschenlampe gekauft habe. Die großen Maglites waren weit verbreitet, aber klobig, schwer und die taktischen Möglichkeiten waren eher eingeschränkt. Also habe ich mich für die Surefire 6P entschieden. Mann war die damals hell! 65 Lumen für 60 Minuten. Das kam mir damals fast wie ein Laserschwert vor. Und irgendwann war ich doof genug, die 6P in meinen Rucksack zu schmeißen, ohne die Endkappe weit genug heraus zu drehen. Irgendetwas hat auf den Schalter gedrückt und die Lampe aktiviert. Als ich meinen Fehler bemerkt hatte, war auch schon die Linse geschmolzen und der Brenner hat den Geist aufgegeben.

 

 

Also habe ich mir einen neuen Brenner besorgt und nach einer neuen Linse gefragt. Ich musste die Lampe dafür einschicken und erst fast ein Jahr später habe ich sie wieder bekommen. Eine neue Linse habe ich nicht bekommen, sondern einen neuen Lampenkopf. Diesmal habe ich mehr aufgepasst und die Lampe funktionierte sehr gut, bis sie mir herunter gefallen ist. Und wieder war der Reflektor kaputt. Wenn schon, denn schon habe ich gedacht und hab mir den P61 Brenner mit 120 Lumen Leuchtkraft gekauft. Der hielt auch eine Zeit lang, bis er einfach nicht mehr funktionierte. Jetzt war ich bedient und die 6P flog in hohem Bogen in die hinterste Ecke meiner Ausrüstungskiste.

 

 

Nach ca. 8 Jahren der Verachtung, entdeckte ich die SF-Lampe wieder und wollte sie eigentlich bei e-bay verkaufen. Aber nach all dem, was ich schon in die Lampe investiert hatte und die guten und schlechten Zeiten mit ihr…ich liebe Lampen und ich konnte es einfach nicht übers Herz bringen. Ich entschied mich für Wiederbelebung und bestellte einen P60L LED-Reflektor der 80 Lumen Leuchtkraft haben soll und für 12 Stunden brennen soll. Dazu packte ich noch ein Set Surefire-Combat-Rings um die taktischen Möglichkeiten der alten Dame etwas zu erhöhen.

 

 

Der Brennerwechsel war einfach wie immer. Aufschrauben, Alten raus, Neuen rein, zuschrauben, fertig. Und der ist hell. Also habe ich meinen Lichttest durchgeführt.  Den Lichttest habe ich in vier Stufen unterteilt. Aber bitte bedenkt, ich bin Gunner und kein Physiker. Im ersten Teil teste ich die Blendwirkung auf 10m Entfernung. Im zweiten Test beurteile ich die Helligkeit und die Ausleuchtung in 10m Entfernung und beim dritten Test aus 25m Entfernung. Zum Schluss bestücke ich die Lampe mit frischen Markenbatterien und führe einen Dauerlichttest durch.

 

 

Die Blendwirkung ist gut. Auf Zimmerentfernung möchte man selbst bei Tageslicht nicht in den LED-Chip schauen. Das Licht des P60L Reflektors ist sehr weiß und der Spot ist klar abgegrenzt. Auf 10m Entfernung ist die Blendkraft bei Dunkelheit  unangenehm, eine Person, alles an Ihr und im Nahbereich kann problemlos identifiziert werden. Bei 30 Metern ist die Blendwirkung immer noch ausreichend. Doch der Geblendete kann besser dagegen ankämpfen. Die Person, alles an ihr und im näheren Umfeld kann identifiziert werden. Bei dem Dauertest hielt die Lampe 12 Stunden und 28 Minuten durch. Nach gut 6 Stunden konnte man die Kraft entweichen sehen und nach 8 Stunden glimmte nur noch ein mageres Licht. 

 

 

 

Stoßtest: Um fest zu stellen, was die Lampe wirklich verträgt unterziehe ich sie einem zweigeteilten Stoßtest. Als erstes lasse ich sie 3 Mal aus 180cm Höhe auf einen Betonboden fallen. Nach einer vollen Funktionsüberprüfung folgt ein einmaliger Sturz aus 15m Höhe auf lockeres Erdreich. Ebenfalls gefolgt von einer Funktionsüberprüfung. Mit dem P60 Reflektor hätte ich mich das, aufgrund meiner Erfahrungen wohl nicht getraut. Und meine Hoffnung in die Haltbarkeit des LED- Brenners hat sich bestätigt. Keine Probleme nach dem Stoßtest.  Auf die weiteren Tests habe ich bewusst verzichtet, da die Lampe selbst schon fast 20 Jahre alt ist.

 

 

Die SF ”Combat-Rings” sind ein Set aus drei verschiedenen Hartgummi-Ringen mit einem Durchmesser von einem Inch/Zoll (2,53cm). Die Ringe stehen in den Formen Ring, Haken und Schlaufe zur Verfügung. Der Ring verwandelt die 6P in eine Art SF Z2 Combat-Light. Der Ring unterstützt den Schützen im Rogers und Hargreaves Anschlag erheblich. Der Haken unterstützt den Griff an der Lampe ebenfalls, aber ehrlich gesagt, kann ich mit dem Haken nicht soviel anfangen. Aber dafür mit der Schlaufe. Die Möglichkeiten mit der Schlaufe finde ich recht passabel. In der von mir favorisierten Technik, irgendwas zwischen FBI und Neck-Index, sowie im Harries-Anschlag lässt sich die Lampe gut und sicher handhaben. Mit der Schlaufe und etwas Übung kann man relativ gut Waffenstörungen beseitigen, Magazinwechsel durchführen oder eine Leiter hoch klettern.

 

 

 

Ich hoffe, dass Euch mein Review „Pimp-my-Light“ zur Surefire 6P geholfen hat.

 

Cheers,

 

Gunner