Streamlight
Scorpion-LED
Scorpion-Lampen mit Xenon-Birnen habe ich seit fast 10 Jahren im Einsatz. Neben dem guten Preis/Leistungsverhältnis, habe ich an der Lampe schon immer den mit Gummi überzogenen Lampenkörper geschätzt. Die Kehrseite war, dass sich die Gummiummantelung nach ausgiebiger Beanspruchung abgelöst hat. Außerdem sind nach unbeabsichtigtem Einschalten der Lampe im Holster die Linse und die Corduratasche geschmolzen. Ein Vergilben der Birne und somit auch des Lichtstrahls nach jahrelangem Einsatz wurden festgestellt.
Da die Scorpion nun auch mit C4-LED erhältlich ist, wollte ich wissen, wie sich die alte Lampe mit neuem Leuchtmittel macht. Als ich die Lampe abends ausgepackt habe, konnte ich es, neugierig wie ich bin, nicht abwarten und habe gleich die zwei mitgelieferten CR123A in die Scorpion eingesetzt. Ich habe auf den Schalter gedrückt und…WHOW ! Das von meiner Handfläche reflektierende Licht war extrem hell. Laut Verpackung sollen das 120 Lumen sein. Das sind 40 Lumen mehr als die alte Xenon-Scorpion hatte. Und das merkt man deutlich.
Das Licht ist wesendlich weißer als das der Xenon-Birne, aber ohne den LED-typischen Blaustich. Der Lichtstrahl ist eng fokussiert. Am Ende des Lampenkörpers befindet sich der Druckschalter. Um die Morsefunktion zu aktivieren, genügt ein leichter Druck auf die Taste. Für Dauerlicht muss die Taste ziemlich tief eingedrückt werden, bis sie hörbar einrastet.
Eine ungewollte Aktivierung der Lampe im Holster, wie es beim Xenon-Vorgänger des Öfteren passierte, ist somit stark erschwert worden. Im Rahmen meiner mehrmonatigen Testphase ist dieses Problem bei mir nicht aufgetreten. Sollte man die Lampe trotzdem unbemerkt im Holster einschalten, bleibt das Phänomen der Linsen/Holsterschmelzung vermutlich aus. Der Lampenkopf heizt sich erst nach ca. 30 Minuten auf, so dass eine Berührung als heiß empfunden wird. Die Linse bleibt dabei allerdings völlig kalt.
Die LED-Scorpion hat allerdings etwas an Gewicht gewonnen. Sie wiegt 150gr. im Vergleich zur 133gr. Xenonlampe. Mit 14,5cm Gesamtlänge ist sie zwei Zentimeter größer, als die Xenon-Schwester und durch den Anti-Roll-Schutz, im Bereich des Lampenkopfes, ebenfalls etwas ausladender. Wenn man also vorher ein passgenaues Holster für die alte Scorpion oder die SF-6P verwendet hat, wird man nun Trauer haben, da auch ein neues Lampenholster angeschafft werden muss.
Lichttest: Den Lichttest habe ich in vier Stufen unterteilt. Aber bitte bedenkt, ich bin Gunner und kein Physiker. Im ersten Teil teste ich die Blendwirkung auf 10m Entfernung. Im zweiten Test beurteile ich die Helligkeit und die Ausleuchtung in 10m Entfernung und beim dritten Test aus 30m Entfernung. Und zum Schluss befülle ich die Lampe mit neuen Markenbatterien und führe einen Dauerlichttest durch. Die Scorpion-LED ist wirklich leistungsstark und sie ist auch bei Tageslicht blendend hell. Auf 10m und 30m Entfernung leuchtet sie Personen und das nähere Umfeld deutlich aus. Gegenstände in den Händen von Personen können auch auf 30m Entfernung gut identifiziert werden. Die Leuchtdauer wird mit 1,75 Stunden angegeben. Was auch immer das heißen mag, denn im Test ließ nach 120 Minuten die Leuchtkraft nur etwas nach. Nach 180 Minuten war das Licht nur noch sehr schwach. Das hielt sich aber über einen Zeitraum von 12 Stunden bis die Lampe aus ging.
Sandtest: Um die beweglichen Teile der Taschenlampe gegen Verschmutzung zu testen, führe ich einen Sandtest durch. Ich lege die Lampe in einen mit trockenem, feinem Sand gefüllten Eimer. Dieser wird 30 Sekunden lang geschüttelt. Diesen Vorgang wiederhole ich 5 Mal. Danach führe ich eine Funktionsüberprüfung der Lampe durch und reinige sie vollständig. Sand beeindruckt die Scorpion überhaupt nicht. Er klebt etwas an dem gummierten Griff, aber das ist nicht der Rede wert.
Hitzetest: Als nächstes kommt der Hitzetest. Hier stecke ich die Lampe, bei 60C. Ober-/Unterhitze, für eine Stunde in den Ofen. Danach führe ich einen vollständigen Funktionstest durch. Der gummierte Griff fühlte sich nach dem Test etwas schwammig an. Eine Stunde später war er aber wieder im Normalzustand.
Wassertest: Nach dem Hitzetest kommt die Lampe für 2 Stunden in einen Wassereimer. 10 Minuten davon im eingeschalteten Zustand. Um einen besseren Kontrast für die Bilder zu bekommen, habe ich bei manchen Lampen Pfefferminztee in das Wasser gegeben. Die ungewöhnliche Wasserfarbe ist also nichts Schlimmes. Die Scorpion ist wasserdicht. Mehr gibt’s da nicht zu berichten.
Kältetest: Direkt nach dem Wassertest lege ich die Lampe in ein Eisfach. Dort liegt sie bei -20C in einem Beutel Eiswürfel. Nachdem ich die Lampe aus dem Eis befreit habe, führe ich einen vollständigen Funktionstest durch. Durch die Kälte wurde die Funktion der Streamlight nicht beeinträchtigt. Der gummierte Griff fühlte sich schnell wieder neutral an.
Stoßtest: Um fest zu stellen, was die Lampe wirklich verträgt, unterziehe ich sie einem zweigeteilten Stoßtest. Als erstes lasse ich sie 3-mal aus 180cm Höhe auf einen Betonboden fallen. Nach einer vollen Funktionsüberprüfung folgt ein einmaliger Sturz aus 15m Höhe auf lockeres Erdreich. Ebenfalls gefolgt von einer Funktionsüberprüfung. Keine Probleme nach dem Stoßtest. Die Lampe hält was aus.
Was mir wieder besonders gefällt, ist der rutschfeste und sich bei allen Temperaturen neutral anfühlende, gummierte Lampenkörper. Er bietet sehr guten Halt, auch wenn sich der Bereich um den Taster etwas weich anfühlt. Einzig beim Tragen in der Jackentasche, kann es je nach Materialbeschaffenheit dazu kommen, dass das Innenfutter der Jackentasche an dem gummierten Griff „kleben“ bleibt. Beim ruckartigen Herausziehen der Lampe, kann das saubere Greifen erschwert werden. Die Lampe ist sehr hell, robust und einfach zu bedienen. Sie verfügt zwar nicht über tolle Zusatzfunktionen, ist aber aufgrund ihrer sonstigen Eigenschaften sehr gut als taktische Lampe einsetzbar. Als EDC währe sie mir zu groß.
Ich hoffe, dass mein Review zur Streamlight Scorpion-LED hilfreich für Euch war.
Cheers,
Gunner