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First-Light-USA

Liberator-ST

 

 

Das nenne ich mal eine Innovation. Die Lampen werden kleiner, die Leuchtkraft wird heller, aber das ist echt etwas Neues. Gleich vorweg, es ist zwar eine Innovation, aber keine billige. Doch ist sie das Geld wert? Ich denke schon. Aber das muss jeder selbst wissen. Die Liberator besteht hauptsächlich aus Flugzeugaluminium und Kunststoff. Das Gewicht der Lampe beträgt 198gr. und die ungefähren Abmessungen sind 13cm x 11,5cm. Die Liberator verfügt über 5 Lichtmodi. Ein Momentschalter sorgt für die Abstrahlung von 120 Lumen, so lange man den äußeren Teil der Taste drückt. Gleich daneben ist der Grund dafür warum dies Lampe den Zusatz „ST“ trägt. Ein 120 Lumen Stroboskoplicht mit Momentanschaltung. Das Stroboskoplicht ist so grell, dass es in geschlossenen Räumen sogar bei Tageslicht eine sehr gute Blendwirkung hat.

 

Der Schalter für einfaches und Stroboskoplicht ist eine längliche Taste am äußeren Ende des Bedienelements, welcher durch den Daumen des Bedieners aktiviert wird. Gleich links daneben befindet sich ein eckiger Schalter für die Dauerlichtfunktion. Noch weiter links ist die Wahltaste angebracht mit der die drei verschiedenen Leuchtstärken durchgeschaltet werden können. Die niedrigste Lichtstärke ist gut genug, um Ausweispapiere einzusehen, einen heruntergefallenen Handfesselschlüssel zu finden, oder um sich bei einer Wohnungsdurchsuchung nicht selbst zu blenden, wenn man die Weißware durchstöbern muss. Die zweite Stufe hat vielleicht 60-80 Lumen LED-Licht. Etwas weniger als eine Surefire-G3-LED. Und der 3. Modus gibt die 120 Lumen frei. Drückt man die Dauerlichttaste und die Taste zum Durchschalten gleichzeitig wird die Lampe, z.B. für den Transport, gesichert.

 

 

 

 

Das hört sich kompliziert an oder? Ist es aber gar nicht. Nehmen wir mal an, dass man zur Verkehrsüberwachung eingeteilt ist. Also stellt man sich mit der Wahltaste das schwächste Licht ein, um sich beim Lesen der Führerscheine nicht selbst zu blenden. Der Mikroprozessor merkt sich das so lange, bis man es ändert. Wird jetzt ein Fahrzeugführer gestoppt, schaltet man im Rahmen der Dokumentenkontrolle mit der Dauerlichttaste die Leselampe an. Wenn jetzt der Betroffene eine verdächtige Bewegung macht, reicht der Druck auf die lange Momentanlichttaste, um dem Verdächtigen mit 120 Lumen einen Sonnenbrand zu verpassen oder ihn mit dem Strobo-Licht zu desorientieren. Sollte er sich nur auffällig gekratzt haben, kann man nach dem Lösen der Momentanlichttaste mit seiner Leselampe weiter in den Dokumenten schwelgen. Alles nur mit einer Hand natürlich. Die Waffenhand bleibt immer frei. Aber das ist nur eine Möglichkeit für den Einsatz dieser Lampe. Ich habe auch unter Verwendung des Strobo-Lichts Zugriffe mit offenen Händen durchgeführt. Mit gefällt hier besonders, dass man mit der Lampe an den Täter heran kann und man muss sich keine Gedanken drüber machen wo die Lampe bleibt wenn man wirklich zugreift.

 

 

 

 

Aber das ist nur die Lampe selbst. Das ganze Konzept um die Lampe finde ich sehr innovativ. In weniger als 4 Sekunden kann die Lampe von links nach rechts oder in die „Utility-Haltung“ gebracht werden. Der vertikale Winkel verfügt über 16 Positionen. Ich denke, dass sind ca. 45 Grad, jeweils vorwärts und rückwärts. Diese Funktion hilft den Winkel auszugleichen, den der Nutzer  beim Greifen der Schusswaffe einnimmt. Damit kann der beste Winkel für die Verwendung mit Primär- oder Sekundärwaffe eingestellt werden. Die Außenseite des Griffes ist für die Knöchel der Schießhand vorgeformt. Was mir hier nicht gefällt ist der Zustand, dass die Griffaußenseite aus Hartgummi gefertigt ist. Wenn man viel trainiert schlägt jedes Mal die Griffaußenseite gegen die Finger der Schießhand. Im Einsatz ist das vielleicht nicht so schlimm, wenn es  gerade um Leben oder Tot geht. Aber im Training ist es auf die Dauer unangenehm.

 

 

 

Bei den horizontalen Verstellmöglichkeiten gibt es die gerade Einstellung und eine ca. 5 Grad nach außen gerichteten Winkel für Rechts- und Linkshänder gleichermaßen. Weiterhin gibt es noch die „Utility“ Funktion bei der der Lampenkopf 90Grad nach außen gedreht werden kann. Die 5Grad Einstellung ist einen nette Idee. Wenn man z.B. im Winter dicke Handschuhe trägt, ändert sich etwas der Winkel der unterstützenden Hand. Nicht viel. Vielleicht um 5Grad ? ;-) Die Verbindung der verstellbaren Klettschlaufe hat neun verschiedene Befestigungsmöglichkeiten. Damit dürfte es für fast jede Handgröße und auch für dicke Winterhandschuhe einstellbar sein. Egal wie man es mag, man kann es in ein paar Sekunden umstellen.

 

 

Ich hab darüber nachgedacht eine Unmenge Bilder zu erstellen, wie ich mit der Liberator an der Hand dieses oder jenes mache. Letztendlich habe ich mich dafür entschieden es nicht zu tun, weil es eine endlose Aufgabe gewesen wäre. Anfänglich fühlt es sich recht klobig an. Aber wenn es nicht für länger ist, kann man damit sogar mit ‘nem Kuli schreiben. Es ist wirklich multifunktional einsetzbar. Ich hab damit mein Schießtraining absolviert, Magazinwechsel und Störungsbeseitigungen durchgeführt und mit den Langwaffen geschossen. Als ich mich an das Ding erst mal gewöhnt hatte, ging es fast so gut wie ohne Liberator. Anfänglich leidet die Feinmotorik etwas darunter aber nach ein paar Stunden ist es nur noch Gewohnheit.

 

Ich glaube, dass es eine gute Option für zivile und behördliche Waffenträger ist, denen keine Lichtmontagen zur Verfügung stehen. Ob es nun am schmalen Budget der Behörde liegt oder an der Angst vor Wilderei. Abgesehen davon benötigt man auch bei der Verwendung von Lichtmontagen eine Sekundärlampe. Abhängig von den Vorschriften und den Umständen des Einsatzes, ist es nicht immer sinnvoll die Waffe, mit der entsprechenden Lichtmontage, auf eine Person zu richten. Nur weil man diese Ausleuchten will.  Ich denke, dass dieses Konzept hier die Lücke ganz gut schließt. Man hat die Hände frei zum Essen, Pkw fahren, für die übliche Tätigkeit am Einsatzort, um Personaldokumente zu überprüfen und solche Sachen. Aber man hat trotzdem einen sicheren Griff an der Waffe, wenn man sie braucht und die Rückstoßkontrolle lässt sich fast so bewerkstelligen, wie in einem normalen beidhändigen Anschlag.

 

 

Die Bedienung der Dauerlichttaste kann ich nur ohne Handschuhe einhändig durchführen. Da es allerdings keine taktische Bedeutung hat messe ich dem aber nicht soviel bei.

 

 

 

Lichttest: Den Lichttest habe ich in vier Stufen unterteilt. Aber bitte bedenkt, ich bin Gunner und kein Physiker. Im ersten Teil teste ich die Blendwirkung auf 10m Entfernung. Im zweiten Test beurteile ich die Helligkeit und die Ausleuchtung in 10m Entfernung und beim dritten Test aus 30m Entfernung. Im Anschluss rüste ich die Lampe mit frischen Markenbatterien aus und führe einen Dauerlichttest durch. Hier habe ich nur die 120 Lumen im Test verwendet. Der schattenlose Spot ist etwas enger als der meiner SF G3. Das weiße LED-Licht ist bei Dunkelheit und auch bei Tageslicht auf kurzer Distanz sehr stark blendend. Es macht keinen Spaß, da hinein zu sehen. Auf 10m Entfernung ist die ganze Person sehr gut ausgeleuchtet. Bei 30m wird auch das nähere Umfeld gut ausgeleuchtet, so dass man weitere Personen oder Gegenstände im Nahbereich gut identifizieren kann. Nach Herstellerangaben soll die Liberator für 90 Minuten Licht spenden. Nach ca. 100 Minuten schaltete die Lampe eine Leuchtstärke runter. Der Lampenkörper wurde warm aber nicht heiß. Nach circa 5 ½ Stunden war die Batterie leer. 

 

 

Sandtest: Um die beweglichen Teile der Taschenlampe gegen Verschmutzung zu testen, führe ich einen Sandtest durch. Ich lege die Lampe  in einen mit trockenem, feinem Sand gefüllten Eimer. Dieser wird  30 Sekunden geschüttelt. Diesen Vorgang wiederhole ich 5 mal. Danach führe ich eine Funktionsüberprüfung der Lampe durch und reinige sie vollständig. Also ein Wüstenkäfer ist die Liberator nicht. Nach dem Sandtest waren eigentlich alle Funktionen ok. Nur das offenliegende Zahnrad für die vertikale Verstellung kam mit dem Sand nicht so klar. Ich habe versucht, es mit einer Zahnbürste zu reinigen. Das war leider ohne Erfolg. Also blieb nur noch Plan „B“, in dem ich das Zahnrad ordentlich ausgespült habe. Nachdem ich fast eine Woche lang an dem Zahnrad herumgespielt habe, ging es dann wieder.

 

 

Hitzetest: Als nächstes kommt der Hitzetest. Hier stecke ich die Lampe, bei 60C. Ober-/Unterhitze, für eine Stunde in den Ofen. Danach führe ich einen vollständigen Funktionstest durch. Der Alu-Körper hat sich etwas erwärmt, sonst hat es keine Probleme mit der Lampe gegeben.

 

 

Wassertest: Nach dem Hitzetest kommt die Lampe für 2 Stunden in einen Wassereimer. 10 Minuten davon im eingeschalteten Zustand. Um einen besseren Kontrast für die Bilder zu bekommen, habe ich bei manchen Lampen Pfefferminztee in das Wasser gegeben. Die ungewöhnliche Wasserfarbe ist also nichts Schlimmes. Die Liberator hat auch den Wassertest gut überstanden. Keine Beanstandung.

 

 

Kältetest: Direkt nach dem Wassertest lege ich die Lampe in ein Eisfach. Dort liegt sie 24 Stunden bei -20C. in einem Beutel Eiswürfel. Nachdem ich die Lampe aus dem Eis befreit habe, führe ich einen vollständigen Funktionstest durch. Auch hier gab es keine Probleme.

 

 

Um fest zu stellen, was die Lampe wirklich verträgt unterziehe ich sie einem zweigeteilten Stoßtest. Als erstes lasse ich sie 3-mal aus 180cm Höhe auf einen Betonboden fallen. Nach einer vollen Funktionsüberprüfung folgt ein einmaliger Sturz aus 15m Höhe auf lockeres Erdreich. Ebenfalls gefolgt von einer Funktionsüberprüfung. Sturz vorwärts ist auch kein Problem. Alle Funktionen in Ordnung.

 

 

 

 

 

Die Liberator ist vielleicht nicht für Jeden geeignet, aber mich hat die Lampe völlig überzeugt. Die Hauptlampe ist sehr hell, genau wie die Stroboskop-Funktion. Die Möglichkeit, so von der Leselampe umzuschalten, finde ich sehr gut. Genauso wie die Tatsache, dass hier dem Waffenträger, welcher nicht über eine Lampenmontage verfügt, die Chance gegeben wird, die Waffe mit beiden Händen zu ergreifen und mit freien Händen zu arbeiten.

 

Ich hoffe, dass mein Review für Euch nützlich war.

 

Cheers,

 

Gunner