Ka-Bar Knifes
TDI Law Enforcement Series
Jeder kennt die Firma Ka-Bar, den Hersteller des Marine Corps Kampfmessers. Es ist dieses große Messer mit der Bowieklinge und dem markanten Griff aus Lederscheiden. Aber diesmal kommt es anders. Ka-Bar lässt die von John Benner designte TDI Law Enforcement Serie in Taiwan herstellen. John Benner ist der Gründer und Präsident des Tactical Defense Institute, eine taktische Trainingseinrichtung in Ohio, USA.
Mit dem Design der TDI-Messern hatte John Benner hauptsächlich an Polizeibeamte und andere legale Waffenträger gedacht. Der hauptsächliche Einsatzzweck dieser Messer ist es, dem Beamten eine Möglichkeit zu geben, seine Schusswaffe zu verteidigen. Versucht ein Dritter auf die geholsterte Waffe zuzugreifen, sollte normalerweise die Waffenschutzausbildung Früchte tragen. Ist der Waffenträger physisch eher benachteiligt oder der Angreifer steht unter dem Einfluss berauschender Mittel, könnte es für den Freund und Helfer eng werden. Die Idee ist nun, auf das auf der „schwachen“ Seite, zwischen Einsatzgürtel und Hosengürtel, hinter anderer Ausrüstung getragene TDI-Messer einzusetzen, um die Entwaffnung und damit vielleicht den eigenen Tod zu verhindern. Das ist sicherlich keine neue Idee. Viele Waffenträger führen neben ihrer Kurzwaffe ein Messer als Back-Up mit sich. Ich fing auch damit an einen Folder in meiner rechten Hosentasche zu tragen. Doch schnell musste ich feststellen, dass ein rascher Zugriff zum Einen durch das Holster erschwert wird und zum Anderen mir in einer oben genannten Lage, auf der rechten Seite gar nichts nützt. Also hat der Folder die Seite gewechselt. Das ist auch prima, wenn man einmal ein Stück Strippe oder einen Apfel zerschneiden muss. Ich bezweifele aber, dass ich als Rechtshänder unter Hochstress noch in der Lage bin, und mit links die Feinmotorik aufbringen kann, um so sauber zu arbeiten. Deshalb habe ich Jahre lang ein CRKT Hammond so getragen.
Das LE-Messer lässt sich etwas besser tragen als das CRKT mit dem graden Griff. Weder Klingen noch Griff drücken mir beim Sitzen oder Bücken in die Seite. Die Klinge des LE-Messers ist 43mm lang und aus AUS8A Stainless Steel. Die Gesamtlänge beträgt 11cm und die Klinge ist im Verhältnis zum Griff 20 Grad abwärts geneigt. Meiner Hand, ich habe Handschuhgröße „L“, passt der Griff ganz gut. Nur der Übergang von der Klinge zum Griff, stößt etwas gegen meinen Zeigefingerknöchel. Oben auf der Klinge sind ein Paar Serrations für den Daumen, um damit den Griff besser in die Hand zu drücken, wenn man es gezogen hat.
Die Idee des LE-Messers hat mir so gut gefallen, dass ich mir gleich noch zwei weitere TDI-Messer gekauft habe. Das Eine ist der große Bruder von dem LE-Messer und das Andere ist ein LE-Messer mit Wadenholster. Das „Large LE“ ist für den normalen Dienst eher ungeeignet da es 19,5 cm lang ist und die Klinge mit 90mm zu Buche schlägt. Das ist nicht wirklich klein und zum Arbeiten ist das „Large“ auch groß genug. Abgesehen davon war es auch eher für das Tragen einem s.g. Battle-Belt oder einer taktischen/ballistischen Weste designed worden. Die Aussparung für den Zeigefinder ist hier groß genug, sodass ich mit den Knöcheln nicht mehr an das Klingenende stoße. Weiterhin ist der Griff lang genug, um am unteren Ende meiner Faust als „Less-then-lethal“ Option wieder heraus zu schauen. Die Bänder mit Klettband an der Messerscheide sind dafür gedacht, dass man das große LE auch an einem PALS befestigen kann.
Bänder und Klett können durch das Schraubensystem auf die andere Seite der Scheide gewechselt werden. Leider kann das „Large“ nur in einer vertikalen Position getragen werden. Die Schraubenlöcher im Holster erlauben keine horizontale Trageweise. Zu schade, denn das ist die Position, die ich für dieses Messer favorisieren würde, wenn ich Platten und Munition tragen muss. Meiner Meinung nach würde es auch für den Soldaten eine gute Back-Up Möglichkeit darstellen, wenn keine Sekundärbewaffnung ausgegeben wird. Es ersetzt natürlich keine Kurzwaffe, kann aber wie eine Solche an der Hüfte getragen und ergriffen werden. Die Ziehbewegung ist die gleiche.
Da ist dann noch das „Knöchelmesser“. Ich wollte schon immer einmal ein Wadenholster probieren und da die TDI Serie nicht die Welt kostet, hab ich einfach mal zugeschlagen. Mit 18 cm Länge und einer 8,5cm langen Klinge ist es fast so groß wie das Large-LE. Allerdings ist es deutlich leichter und filigraner als das größere LE-Messer. Auch der Griffwinkel zur Klinge beträgt nur 15 Grad statt 20 Grad. Dadurch lässt es sich besser verdeckt tragen und auch greifen wenn es mal stressig wird. Und ja, ich stoße mit den Knöcheln an das Ende der Klinge. Aber nur ein bisschen.
Das Wadenholster ist gut gepolstert und recht stabil. Auf der Innenseite befindet sich Netzgewebe das zur Kühlung beitragen soll. Um ehrlich zu sein, gibt es keine Kühlung wenn man ein Wadenholster aus Cordura trägt. Dafür hilft es etwas um das Holster beim Rennen usw. an seinem Platz zu lassen. Allerdings muss man den 5cm dicken Klettgurt gut festziehen. Wenn man einen guten Anzug mit teuren Socken trägt kann es passieren, dass das Holster auf dem Material der Socke hin und her rutscht. Bei günstigen Socken ist das nicht der Fall. Am Besten hält es auf einem Stiefelschaft oder oberhalb eines typischen, halbhohen Einsatzstiefels. Hier muss man jedoch darauf achten, dass man das Hosenbein hoch genug ziehen kann, um an das Messer zu gelangen.
Ach ja, hätte ich fast vergessen. Die TDI Messer sind alle samt sauscharf!
Ich hoffe, dass mein Review zur Ka-Bar /TDI Messerserie für Euch hilfreich war.
Cheers,
Gunner