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Fenix

P3D

 

 

Fenix kommt vom chinesischen Wort „Phoenix“. Das bedeutet soviel wie „Die perfekte Sache“. Und die P3D ist vielleicht gar nicht soweit davon entfernt. Mit ihren fast 114 mm Länge und 21 mm Durchmesser ist sie zumindest schon mal recht schlank geraten. Und 48 Gramm Gesamtgewicht fallen nun wirklich kaum auf. Die mit einer Creed Q5 LED bestückte Fenix ist meine erste digital geregelte Taschenlampe. Eigentlich war sie als Sekundärlampe gedacht, um beim Ausfall der Primärlampe nicht im Dunkeln zu stehen. Doch das kleine Teil hat´s echt in sich. Weil sie, mit 2 CR123A gefüttert, fast zwei Stunden lang 215 Lumen bringt und über einen Stroboskop-Modus verfügt, verwende ich sie mittlerweile auch gerne als  Primärlampe im Winter oder wenn ich nicht genug Platz habe um die große Lampe mitzuführen.

 

 

Neben dem sehr grellen 215 Lumen Turbo und Stroboskop-Modus ist die P3D noch mit 4 weiteren Modi ausgestattet. Ein 12 Lumen Modus der für 65 Stunden so viel Licht wirft wie die altbekannte Minimaglite. Eine Stufe weiter gibt es nun 53 Lumen für 13 Stunden. Das ist schon fast so hell wie ne SF-6P mit dem Standard-Xenonbrenner. Und für fast 5 Stunden gibt es dann 120 Lumen Leuchtkraft. Und der vierte Modus ist der S.O.S. – Modus. Im S.O.S.-Modus blinkt die Fenix automatisch, mit 120 Lumen Leuchtkraft „dreimal kurz, dreimal lang, dreimal kurz“. Das hätte ich in so einer kleinen Lampe nicht erwartet und ich fand es etwas beruhigend, eine visuelle S.O.S. – Sendemöglichkeit bei meiner letzten Tour durch die Berge dabei zu haben.

 

 

Für einen relativ fairen Preis gibt es noch ein Lampen-Holster, eine Trageschlaufe, einen Ersatz-O-Ring, eine Ersatz-Gummiendkappe und zwei CR123A Batterien dazu. Die enorme Leuchtkraft im Turbo-Mode ist wirklich beeindruckend. Selbst bei Tageslicht hat man in geschlossenen Räumen noch Blendwirkung. Dasselbe gilt für den Stroboskop-Modus. Die P3D wird über einen gummierten Knopf am hinteren Ende des Lampenkörpers aktiviert. Der Knopf ist recht schwergängig und versenkt angebracht, was ein unbeabsichtigtes Einschalten relativ unwahrscheinlich werden lässt. Wenn man den Druckpunkt des Knopfes überwunden hat, rastet dieser mit einem lauten Klick-Geräusch ein. Aufgrund der sehr glatten Oberfläche der Lampe ist dies, im Gegensatz zu anderen Lampen, etwas schwieriger weil man die P3D beim Einschalten richtig festhalten muss.

 

 

Wenn der Turbo-Modus aktiviert ist und man den Taster nur leicht berührt, wechselt der Prozessor die Lampe in den Strobo-Mode. Dieser Modus hat mir 215 Lumen ebenso viel Leuchtkraft wie der Turbo.  Wenn es darum geht, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken oder Personen im Nahbereich zu desorientieren, ist der Strobo-Mode ideal. Er ist gleißend hell und die Abfolge der Strobo-Blitze ist sehr schnell. Leider verfügt die Fenix nicht über eine so genannte Morsefunktion, die es ermöglicht durch leichten Druck auf die Taste die Lampe zu aktivieren. Und beim Loslassen der Taste das Licht wieder löscht. So muss immer erst die Lampe voll eingeschaltet werden, bevor man sie wieder ausschalten kann. Beim Vorgehen in Räumen kann sich dies unter Umständen nachteilig auswirken.

 

 

Dreht man den Lampenkopf ca. 1cm im Uhrzeigersinn, gelangt man in den Bereich der anderen Modi. Wird nun der Taster zur Aktivierung gedrückt, setzt sofort der 15 Lumen Modus ein. Mit leichtem Tastendruck können nun die einzelnen Modi mit 53 Lumen, 120 Lumen und dem S.O.S.-Modus durchgeschaltet werden. Um wieder in den Turbo-Modus zu kommen genügt es den Lampenkopf wieder 1cm zurück zu drehen. Diese Handhabung ist zwar sehr einfach, aber unter taktischen Gesichtspunkten würde ich nicht zwischen den Modi hin- und herschalten wollen. Wenn unter Stress nur noch die Grobmotorik funktioniert, möchte ich nicht mehr in irgendeine Richtung an meiner Lampe herumdrehen müssen.

 

 

Lichttest: Den Lichttest habe ich in vier Stufen unterteilt. Aber bitte bedenkt, ich bin Gunner und kein Physiker. Im ersten Teil teste ich die Blendwirkung auf 10m Entfernung. Im zweiten Test beurteile ich die Helligkeit und die Ausleuchtung in 10m Entfernung und beim dritten Test aus 30m Entfernung. Zum Schluss führe ich mit frischen Batterien  einen Dauerlichttest durch. Auf 10 und 30 Meter Entfernung überzeugt die kleine LED-Lampe durch Leistung. Auch beim subjektiven Blendtest erfüllt die Fenix die Erwartungen die man an die 215 Lumen stellt. Fazit: Sauhell! Die Leuchtdauer wird mit 1,8 Stunden angegeben. Was immer das heißen soll. In meinem Test setzte nach 100 Minuten, im Turbo-Mode, ein leichter Stroboskopeffekt ein und die Leuchtkraft schien vermindert.  Ein solcher Betrieb ist mit der Fenix allerdings völlig unrealistisch weil der Lampenkörper nach 30 Minuten ziemlich warm wird und spätestens nach 60 Minuten so heiß ist, dass man sie ohne Handschuhe nicht mehr halten will. Die Linse bleibt dabei handwarm. Nach 140 Minuten kühlt der Körper ab. 100 Minuten später wird das Licht noch einmal merklich schwächer, bis die Lampe nach 14 ½ Stunden friedlich einschläft. Die Lebenszeit der LED ist mit 50.000 Stunden angegeben.

 

 

 

Sandtest: Um die beweglichen Teile der Taschenlampe gegen Verschmutzung zu testen, führe ich einen Sandtest durch. Ich lege die Lampe  in einen mit trockenem, feinem Sand gefüllten Eimer. Dieser wird 30 Sekunden lang geschüttelt. Diesen Vorgang wiederhole ich 5-mal. Danach führe ich eine Funktionsüberprüfung der Lampe durch und reinige sie vollständig. Die P3D ist standfest. Keine Beeinträchtigung der Funktion und keine Probleme beim Reinigen.

 

 

Hitzetest: Als nächstes kommt der Hitzetest. Hier stecke ich die Lampe, bei 60C. Ober-/Unterhitze, für eine Stunde in den Ofen. Danach führe ich einen vollständigen Funktionstest durch. Die Oberfläche der Fenix hat sich stark aufgeheizt. Das Anfassen der Lampe war aber noch nicht schmerzhaft. Die Funktion der P3D wurde nicht beeinträchtigt.

 

 

Wassertest: Nach dem Hitzetest kommt die Lampe für 2 Stunden in einen Wassereimer. 10 Minuten davon im eingeschalteten Zustand. Um einen besseren Kontrast für die Bilder zu bekommen, habe ich bei manchen Lampen Pfefferminztee in das Wasser gegeben. Die ungewöhnliche Wasserfarbe ist also nichts Schlimmes. Die Fenix war nach dem Wassertest voll funktionsfähig.

 

 

Kältetest: Direkt nach dem Wassertest lege ich die Lampe in ein Eisfach. Dort liegt sie 2 volle Tage bei -20C. in einem Beutel Eiswürfel. Nachdem ich die Lampe aus dem Eis befreit habe, führe ich einen vollständigen Funktionstest durch. Nach dem Test fing die Fenix sofort nach dem Einschalten im Turbo-Modus an zu „flackern“. Auch ein Batteriewechsel hat daran nichts geändert. Um sicher zu gehen habe ich den Test mit einem weiteren Satz frischer Batterien wiederholt. Ebenso hat sich der Fehler wiederholt. Nach ca. einer Stunde funktionierte die P3D wieder ganz normal.

 

 

Stoßtest: Um fest zu stellen, was die Lampe wirklich verträgt, unterziehe ich sie einem zweigeteilten Stoßtest. Als erstes lasse ich sie 3-mal aus 180cm höhe auf einen Betonboden fallen. Nach einer vollen Funktionsüberprüfung folgt ein einmaliger Sturz aus 15m Höhe auf lockeres Erdreich. Ebenfalls gefolgt von einer Funktionsüberprüfung. Da die Fenix die Tests alle gut überstanden hat und ich wusste, dass sie etwas robuster sein soll, habe ich den Test etwas erweitert. Aus einer Entfernung von ca. 4 Metern habe ich die Lampe mit größtmöglicher Kraft gegen eine glatte Steinmauer geworfen. Vielleicht übertrieben, aber ich wollte sehen, ob es stimmt was ich gehört habe. Nach dreimaliger Wiederholung habe ich den Test aus Mitleid abgebrochen. Die Lampe funktioniert ohne Einschränkungen.

 

Die P3D ist momentan mein EDC-Light. Kompakt, leicht, superhell im Hauptmodus und schwächeres Licht in den Nebenmodi. Die Ausstattung mit dem Strobo gefällt mir im taktischen Bereich sowie als Signalgeber. Die S.O.S. – Sendefunktion ist ein nettes Zubehör für eine EDC-Lampe. Die glatte, rutschige Oberfläche in Verbindung mit dem geschützten aber recht tiefen Schalter und die fehlende Momentlichtfunktion, bringt mich zu der Meinung, dass sie als taktische Lampe nur bedingt geeignet ist.

 

Ich hoffe mein Review zur Fenix P3D war nützlich für Euch.

 

Cheers,

 

Gunner