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Extrema Ratio

BF1CT

 

 

BF1CT ist eine von den Abkürzungen die dann zu verstehen sind, wenn man das System verstanden hat. Das „BF“ steht für die Basic-Folder Serie die etwas einfacher, basic halt, ausfallen als die ebenfalls existierende Heavy Duty Serie. Die Zahl „1“ bezeichnet das kleinste von den drei Modellvarianten, welche es in dieser Kategorie gibt. „C“ wie „Classic“ ist der Name für die Griffvariante von denen es noch die „T“ also die „Tactical“ Version gibt. Die C-Variante ist eher glatt strukturiert und erinnert mich von der Formgebung an die Griffe der festen Klingen von Extrema Ratio. Eine mit Griffrillen und Öffnungen zum Ablaufen von Wasser und Sand versehene Griffschale ist die „Tactical“. Ich persönlich finde das „Classic“ ästhetischer und in die Wüste muss ich auch nicht mehr. Und das letzte „T“ steht für Tanto. Wenn sie auch nicht immer die richtige Wahl sind finde ich sie einfach genial. Für alle anderen Fälle gibt es die „D“ wie Droppoint Version. Normaler Weise interessiere ich mich nicht für die Verpackung. Diese hier ist allerdings wirklich ganz nett. Zum Verschenken geeignet. Nur nicht den obligatorischen Euro vergessen.

 

 

Im geöffneten Zustand kommt das 85g schwere Messer auf eine Gesamtlänge von 17cm. Die Tantoklinge des BF1CT ist 70mm lang und 3mm stark. Wie bei allen anderen Extrema Ratio Messern, handelt es sich bei dem Klingenstahl um N690, auch „Austrian 440“ genannt. Den Namen hat er zum Einen durch seine Herkunft, die österreichische Fa. Bohler stellt weltweit als einziger den Stahl her und zum Anderen durch die Verwandtschaft zum 440C Stahl. Der N690 ist im Grunde genommen ein mit Kobalt und anderen Stoffen angereicherter 440C Stahl, der dadurch noch rostbeständiger und härter wird als der eigentliche 440C. Neben Extrema Ratio verwendet auch Spyderco für sein Volpe, welches sie in Italien fertigen lassen, den N690 Stahl. Die Härte wird mit 58-61HRC angegeben.

 

 

 

An der Spitze ist die Klinge immer noch 2mm stark. Die Oberfläche der Klinge ist dunkel anthrazit eloxiert. Es sieht matt aus und fühlt sich stumpf an. Stumpf ist auch ein Adjektiv, welches ich mit dem Zustand der Schneide in Verbindung bringen würde. Sie ist nicht richtig stumpf, aber auch nicht richtig scharf. Ja, man kann Papier in Streifen schneiden, nur nicht besonders gut. Und Haare zu rasieren ist auch eher eine Aufgabe für sich. Ich bin jedenfalls von der Schärfe der Klinge nicht beeindruckt. 

 

 

 

Die Daumenöffner sind mit einer 1,5mm Inbusschraube beidseitig an der Klinge befestigt. Durch die in den Griffschalen befindlichen Daumenführungen sind die Daumenöffner leicht zu bedienen. Die Klinge selbst wird mit einer 7mm Schlitzschraube mit dem Griff verbunden. Dadurch kann man den Öffnungsmechanismus etwas leichter einstellen. Dreht man die Schraube zu weit, fängt die Klinge an, an der Innenseite der Griffschalen zu kratzen. Etwas Öl und ein paar Stunden vor dem Fernseher machen den Öffnungsmechanismus auch leichtgängiger.

 

 

Der Griff passt in Farbe und Oberfläche perfekt zur ebenfalls eloxierten Klinge. Anticorodal, dass ist das Material aus dem die Griffe sind, ist eine eisenarme, Aluminium-Silizium Gusslegierung. Es ist ein sehr harter, sehr zäher und korrosionsbeständiger Werkstoff. Aber Finger weg von allem was elektrisch ist. Anticorodal hat nämlich hervorragende Leiteigenschaften.

 

Mit einer Schlitzschraube an der Klingenaxe und zwei Torxschrauben (TX8) am Griffende, werden die Griffteile zusammengehalten. Der sehr starke, beidseitig montierbare Trageclip sitzt ebenfalls am äußerten Ende des Griffes. Er ist mit 3 Torxschrauben, Größe TX6, auf der anderen Seite des Messers befestigt. Das finde ich ziemlich interessant. Durch diese Art der Montage des Clips kann das gesamte Messer tiefer in der Hosentasche oder sonst wo getragen werden. Von dem Messer selbst ist nichts zu sehen, nur der Clip selbst.

 

 

Mit einem hörbaren, satten “Klack” springt der Liner-Lock in seine Position. Es ist ein starker Liner-Lock, welcher mit Leichtigkeit dem Tischkantentest strotzen konnte. Eingeklappt oder geöffnet, die Klinge hat keinen Millimeter Spiel. Um es zu öffnen, muss erst einmal der Verriegelungswiderstand überwunden werden. Dieser rastet ebenfalls geräuschvoll ein und verhindert ein ungewolltes Öffnen. Nach Überwinden des Widerstandes legt die Klinge den Weg bis zur Öffnung weich und ohne kratzen zurück.  Wenn es mal schnell gehen soll und man vielleicht etwas unter Stress steht, muss man schon etwas aufpassen. Wenn man das BF1CT unter solchen Umständen öffnet und der Daumen nicht nur auf dem Daumenöffner sondern auch auf der Klinge halt findet, kann man sich unter Umständen verletzten. Ich hab mir auch ein bisschen Haut vom Daumen geschält, als ich etwas zu flott war. Ja, sogar mit der nicht ganz so scharfen Schneide. Das war der einzige Moment in dem ich froh war, dass das ER nicht so scharf ist.

 

 

Nun, ich beschwere mich über das BF1CT wegen der fast stumpfen Klinge und dem Verletzungsrisiko beim Klingenöffnen. Was mir aber gefällt ist, dass es auf seine Art attraktiv ist. Es ist aus gut ausgewählten Materialien hergestellt und die Verarbeitung ist ebenfalls gut. Irgendwie ist das Design „taktisch elegant“. Damit meine ich, dass man es gut zu Platten und Stiefeln tragen kann, es aber auch zu Anzug und Krawatte passt. Für mich ist das ER durch das matte, dunkle und solide Erscheinungsbild, sowie die Möglichkeit es sehr unauffällig zu tragen, ein EDC für die besondere Gelegenheit.

 

 

 

Ich hoffe, dass das Review zum Extrema Ratio BF1CT für Euch hilfreich war.

 

Cheers,

 

Gunner